Stand: 21.06.2022 12:28 Uhr

In das Stromnetz ist zum Jahresbeginn ein Drittel mehr Solarstrom eingespeist worden. Schon mehr als zwei Millionen Photovoltaikanlagen sind auf Häusern und Grundstücken installiert.

Immer mehr Unternehmen und private Haushalte in Deutschland nutzen Sonnenenergie zur Stromerzeugung. Im März waren auf Dächern und Grundstücken 2,2 Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 58.400 Megawatt installiert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit nahm die Zahl der Anlagen im Vergleich zum März des Vorjahres um 10,1 Prozent zu. Die installierte Leistung kletterte um 9,7 Prozent.

Mit diesen Photovoltaikanlagen konnten im ersten Quartal dieses Jahres rund 8,8 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Sonnenenergie ins Netz eingespeist werden – gut ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im Schnitt 174 Euro pro Haushalt durch Stromverkauf

Trotz der erheblich gesteigerten Produktion von Solarstrom lag der Anteil von Photovoltaik an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland in den ersten drei Monaten bei 6,3 Prozent. Allerdings ist dabei zu bedenken, dass ein Großteil des Quartals im kalendarischen Winter mit einer niedrigen Sonneneinstrahlung lag. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte der Sonnenstrom noch einen Anteil von 4,7 Prozent.

„Für viele private Haushalte ist Solarstrom nicht nur Energie-, sondern auch Einnahmequelle“, teilte das Statistische Bundesamt mit. „Die Einnahmen dieser Haushalte aus dem Stromverkauf lagen zuletzt bei durchschnittlich 174 Euro im Monat und damit in etwa gleich hoch wie im Vorjahr (177 Euro).“ Gegenüber dem Jahr 2014 sanken sie aber um 39 Prozent.

Eigenverbrauch attraktiv wegen der hohen Preise

Eine Ursache sei wahrscheinlich die sinkende Einspeisevergütung für neu installierte Photovoltaikanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), so die Statistiker. „Derzeit liegt die Vergütung bei weniger als sieben Cent pro Kilowattstunde.“

Zu Beginn der Förderung vor rund 20 Jahren hatten Solaranlagenbetreiber noch mehr als 50 Cent je Kilowattstunde erhalten – bei damals erheblich niedrigeren Strompreisen am Markt. Angesichts von Strompreisen für Endkunden von teilweise mehr als 40 Cent je Kilowattstunde gilt inzwischen eher der Eigenverbrauch als die Einspeisung in das Stromnetz als attraktiv für Hausbesitzer.